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4. August 2009

Sogar die Sonne hilft beim Bekleben vom „Mobil zum Spiel“

Einen ganzen Tag dauert die Verwandlung zur „Litfasssäule für gute Jugendarbeit“
Druckerei Gerscher: „Das ist neu: Fahrzeugdächer haben wir noch nie beklebt.“
Damit’s kein Verein zu früh erfährt: Hohe Geheimhaltung beim Familienunternehmen

Seit acht Wochen dreht sich bei den Gerschers alles um das „Mobil zum Spiel“ der Dietmar Hopp Stiftung. Jeden Mittwoch wird in ihrer Druckerei in Aglasterhausen ein weißer Kleinbus in das von den Jugendkickern in der Metropolregion Rhein-Neckar heiß begehrte Fahrzeug verwandelt. Und zwar mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Einen ganzen Tag lang werkeln vier Werbetechniker jeweils an einem Bus, bis er mit den Fußball-Emblemen im Stiftungsblau beklebt ist und als Litfasssäule für gute Jugendarbeit aus der Produktionshalle fahren kann. Der achte wurde gerade fertiggestellt, 44 weitere folgen noch. Die glücklichen Empfänger: Fußballvereine in der Metropolregion Rhein-Neckar, die sich durch vorbildliche Jugendförderung auszeichnen.

Das Besondere für Gerschers bei der Arbeit fürs „Mobil zum Spiel“: „Wir bekleben sogar das Dach, das ist sonst nicht üblich – dafür aber besonders schwierig“, erzählt Sabine Gerscher, die mit ihrem Mann Dirk das Unternehmen leitet. „Für den ersten Bus haben wir noch zwei Tage gebraucht, mittlerweile schaffen wir es aber in der Hälfte der Zeit.“ Außerdem neu für das Kraichgauer Familienunternehmen: „Noch nie wurden von uns so viele Fahrzeuge mit dem gleichen Emblem versehen.“ Aber nicht nur die Arbeit ist bei den Gerschers momentan von den Mannschaftsbussen bestimmt: „Meine zehnjährige Tochter kickt selbst in einem Verein in Aglasterhausen. Die fragt natürlich immer nach, ob auch ein Mobil an ihren Club geht – wer einen bekommt, erfahren aber auch wir immer erst spät.“ Und selbst dann gilt bei dem Familienunternehmen Geheimhaltungsstufe 1: Niemand darf den Bus sehen, bevor er ausgeliefert wird.

Und so bekommt der Bus den riesigen Fußball und das blaue „Mobil zum Spiel“-Design: „Dreizehn verschiedene Folien werden auf den Bus aufgebracht, erst dann ist das das Gesamtkunstwerk fertig“, erklärt Sabine Gerscher. „Zunächst aber dauert das Ausdrucken der 25 Quadratmeter Folie allein schon zehn Stunden, denn wir drucken in einer Auflösung von 2400 dpi.“ Das ist achtmal so viel wie ein Magazin-Foto! Dann geschieht alles in sorgfältiger Handarbeit: Das Auftragen und Zusammenfügen der einzelnen selbstklebenden Folien ist Millimeterarbeit, „die fließenden Form- und Farbverläufe verzeihen nicht den kleinsten Fehler“, so Gerscher. Außerdem nicht zu vergessen: „So ein Fahrzeug hat mehr Ecken und Kanten, als man meint – beim Ausschneiden der Folien an Türen und Griffen mit dem Teppichmesser muss man also eine sehr ruhige Hand bewahren.“ Lack und Isolierungen dürfen schließlich nicht zerkratzen.

Und trotzdem müssen die vier Mitarbeiter immer wieder mit der Messerspitze vorsichtig auf das „Spiel zum Mobil“ einstechen. Der Grund: „Beim Bekleben bilden sich natürlich hin und wieder kleinste Luftblasen“ erklärt Anke Lentz, die seit 18 Jahren als Werbetechnikerin bei Gerscher arbeitet, „die bekommen wir auf diese Weise weg“. Um die allerletzten Bläschen kümmert sich später ein fünfter, recht ungewöhnlicher Mitarbeiter: Die Sonne! „Die glättet die übrigen Unebenheiten, wenn der Bus komplett beklebt ist und draußen steht“, so Lentz.

Die Krönung folgt ganz am Schluss! Sabine Gerscher: „Erst ganz am Ende kommt das drauf, was den Bus erst richtig zum „Mobil zum Spiel“ macht: Der Name des Vereins.“

Im Rahmen der Aktion „Mobil zum Spiel“ belohnt die Dietmar Hopp Stiftung Fußballvereine in der Metropolregion Rhein-Neckar, die in der ehrenamtlichen Jugendförderung besonders engagiert sind. 326 Vereine hatten für eines der 52 Fahrzeuge im Gesamtwert von über zwei Millionen Euro beworben. Seit Juni wird jede Woche ein Jahr lang ein „Mobil zum Spiel” vergeben.

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Pressemitteilung

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